Wir wollen eine interkulturelle Schule sein

Die Hälfte unserer Schülerinnen und Schüler kommt nicht aus Deutschland. Es gibt mehr als ein Dutzend unterschiedliche Nationalitäten bei uns. Die Vielfalt der Nationen unserer Schule wurde in einer Fotoausstellung dargestellt. Ein Teil dieser Ausstellung ist im Eingangsbereich der Schule zu sehen. Viele der Schülerinnen und Schüler mussten mit ihren Angehörigen - einige sogar allein - vor Krieg und Verfolgung aus ihrem Heimatland fliehen. Wir haben uns vorgenommen, kulturelle Identität und Integrität zu schützen. Viele der Flüchtlinge sind durch Kriegserlebnisse traumatisiert, was sich u.a. auch auf die schulischen Lernmöglichkeiten und Leistungen auswirkt.

 

In langjährigen schulischen Projekten wie zu unserem ehemaligen Schüler Hassan El-Mokdad (Film, Broschüre, Fotos, Briefe) wurden Hintergründe, Ursachen, Auswirkungen der Flucht, Asyl- und Ausländerrecht, Verhalten von Politikern, Behördenvertretern usw. im Unterricht der Klassen als auch in der ganzen Schule aufgearbeitet. Dieses Engagement wurde im Rahmen des Bertini-Preises besonders hervorgehoben.

 

Bei der Eingewöhnung in Deutschland zeigen sich neben sprachlichen vielfältige andere, zum großen Teil kulturelle Probleme. Die besonderen Bedingungen in den Flüchtlingsunterkünften, die geringe soziale Betreuung usw. wirken sich auf Schule aus. Sie erfordern schulische (Sozial-)Betreuung, die nicht als Regelangebot an den Förderschulen vorgesehen ist.

 

Die o.g. Zusammensetzung unserer Schülerschaft bestimmt wesentlich die pädagogische Arbeit unserer Schule. Multikulturalität und Vielsprachigkeit haben nachhaltig die Bedingungen des Lernens und Lehrens insgesamt verändert. Schule ist bei uns nicht nur Lern- und Lebensort von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Lern- und Leistungserfahrungen, sondern auch und gerade Begegnungsstätte verschiedener ethnischer, kultureller, sprachlicher, religiöser und nationaler Gegebenheiten. Wir wollen das interkulturelle und interreligiöse Lernen in verschiedenen Fächern sowie im Schulleben insgesamt fördern. Mehrsprachigkeit unserer Schülerinnen und Schüler wird als Kompetenz wahrgenommen.

 

Neben der Sprachförderung bieten wir z.Zt. in drei Sprachen (Türkisch, Romanes, Farsi ) herkunftssprachlichen Unterricht an, um auf die Bedürfnisse der Schüler und ihre Lern- und Leistungsbereitschaft besser eingehen zu können und ihnen über das Verständnis der Herkunftssprache einen besseren Zugang zum Deutschen zu ermöglichen.

 

Wir wollen Fremdes erschließen und Eigenes mit verfremdender Brille sehen sowie mit Vielfalt kreativ umgehen lernen. Begegnung mit anderen Lebensweisen muss nicht verunsichern, sondern kann in der Auseinandersetzung mit Vertrautem bzw. Fremdem die eigene Wahrnehmung erweitern. Die Fähigkeit zum Sichtwechsel wird regelmäßig geübt. Dieses geschieht ebenso auf kleinen und großen Festen und Feiern (bspw. verschiedene nationale, religiöse und kulturelle Feiertage wie das Zuckerfest, Musikfest, Vorlesewettbewerb, Spielefest) als auch im schulischen Alltag. Europäische Zusammenhänge und weltweite Abhängigkeiten sind im Blick. Wir haben lange Jahre mit anderen Schulen im Ausland im Rahmen des Comenius-Projektes zusammengearbeitet und wollen es auch in Zukunft tun.

Aktuell

Starke Schule

Training zur Stärkung der sozialen Kompetenz - Förderung durch die Hertie-Stiftung. Mehr…

Klasse Kochen

Schülerfilm „Ab in die Kiste“ als Beitrag zum KLASSE, KOCHEN!-Wettbewerb. Mehr…