Gewalt - nein danke!

Die meisten unserer Schülerinnen und Schüler sind tagtäglich mit Gewalt konfrontiert. Dies kann die indirekte Teilhabe an Gewalt sein (so durch Darstellung von Gewalttaten im Internet, in Videos, Fernsehen und Kino, in Zeitungen und Zeitschriften, in Computerspielen, als Zeuge bei Auseinandersetzungen) aber auch die unmittelbare Beteiligung als Opfer bzw. Täter. Schwerpunkte sind die Bereiche „Gewalt in der Familie“ und „Gewalt unter Kindern und Jugendlichen“.

 

Materielle Not, räumliche Enge, geringe Zuwendung, fehlende Vorbilder und Werte, unklare Grenzziehung erhöhen Gewaltakzeptanz und -bereitschaft. Viele fühlen sich gerade in ihrem Wohnumfeld unsicher und ohnmächtig. Durch die Erfahrung, dass Erwachsene oft bei gewalttätigen Auseinandersetzungen wegschauen oder weggehen, wird dieses verstärkt. Jungen haben mehr Erfahrungen mit Gewalt als Mädchen.

 

Unsere Schule wird von vielen Kindern und Jugendlichen als sicherer Ort angesehen. Gerade weil wir keinen Freiraum für Gewalthandlungen offen lassen, haben diese trotz entgegengesetzter gesellschaftlicher Entwicklung an unserer Schule nicht zugenommen und sind weiterhin eher gering geblieben. Verlässlichkeit, Geborgenheit, aber auch Konsequenz und Grenzziehung prägen dabei unser pädagogisches Konzept. Schwerwiegende Gewaltdelikte wie Körperverletzung, Raub, Erpressung, sexuelle Nötigung finden eher im Stadtteil, auf dem Weg in die Disco oder zu anderen Veranstaltungsorten statt.

 

Kommt es zu Gewalthandlungen in der Schule, wird die sofortige Unterbindung und eine folgende Konfliktklärung auch von den Beteiligten als notwendig erachtet und angenommen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich - auch klassenübergreifend - um streitende Schülerinnen und Schüler. Jedes Kind wird bei der Konfliktklärung ernst genommen, so dass es sich angenommen und als Persönlichkeit anerkannt fühlt.

 

Die Basis für die Bewältigung von Gewalt ist das Vertrauen zwischen Schülern und Pädagogen. Wir legen in unserer Schule Wert auf eine klare Grenzziehung: so werden Waffen, bestimmte Verhaltensweisen wie Bedrohen und Erpressen in unserer Schule nicht geduldet. Gleichzeitig erleichtern verbindliche Absprachen über Konfliktaustragung Klärungsprozesse. Vorrangig bemühen wir uns um das jeweilige Opfer. Niemand soll aus Angst der Schule fernbleiben. Bei der Auswahl von Sanktionen (z.B. Schulstrafen) steht „Wiedergutmachung“ im Vordergrund. Sanktionen wirken eher, wenn sie im Zusammenhang mit der Tat stehen. Schüler, die Opfer geworden sind, müssen erfahren, dass das weitere Geschehen in dem jeweiligen Konflikt auch und gerade von ihnen mitbestimmt wird.

 

Gewaltprävention gehört zum ständigen Unterrichtsprogramm unserer Schule. Dieses bezieht sich sowohl auf konkrete unterrichtliche Projekte bspw. in Zusammenarbeit mit dem Jugendbeauftragten der Polizei und anderen Einrichtungen (wie Kinder- und Jugendnotdienst, Frauenhaus) aber auch auf flankierende Maßnahmen wie klassenübergreifende Reisen und Unternehmungen, Schulhofgestaltung und Aktive Pausen. Angebote wie Spielhaus, Disco, Ruheraum, Frühstück und Mittagessen schaffen Grundlagen unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung, die sich auf das Allgemeinbefinden aller positiv auswirken. Dieses gilt auch für das Kursprogramm unserer Schule, wo Entspannung, Selbstkontrolle, Stärkung des Selbstwertgefühls bspw. in Kursen erfahren werden. Im Rahmen der Schülerkonferenz üben wir Streitschlichtung, wobei die „Ausbildung zu Streitschlichtern“ als Angebot Bestandteil ist. Die Vertrauensbasis zwischen Schülern und Pädagogen wird gestärkt, wenn Hilfe auch bei außerschulischen Anlässen gewährt wird. Dies kann bedeuten, dass Unterricht zugunsten der aktuellen Lebensbewältigung zurücktreten muss. Das Motto des Wettbewerbes um den Bertini-Preis, an dem wir mehrfach erfolgreich teilgenommen haben, haben wir uns in diesem Punkt zum Motto gemacht: „Lasst euch nicht einschüchtern!“

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Training zur Stärkung der sozialen Kompetenz - Förderung durch die Hertie-Stiftung. Mehr…

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Schülerfilm „Ab in die Kiste“ als Beitrag zum KLASSE, KOCHEN!-Wettbewerb. Mehr…