Wir sind eine Offene Ganztagsschule

Unsere Schülerinnen und Schüler kommen großenteils aus sozialen Brennpunkten. Die Lebensbedingungen haben sich für sie in den letzten Jahren weiter verschlechtert. Viele Familien sind arm. Viele müssen in beengten Wohnverhältnissen leben. Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler wächst in Ein-Eltern-Familien auf. Viele Schülerinnen und Schüler erleben in ihren Stadtteilen verstärkt Gewalt, Sucht, Kriminalität und Prostitution. Möglichkeiten der Prävention fehlen vor Ort. Die Mediatisierung des Alltags hat zugenommen (Computer, Video, Handy, MP3-Geräte) und verstärkt den schon vorhandenen Mangel an sozialen Kontakten. Die unmittelbare Wohnumgebung bietet wenig an sinnvollen Freizeitaktivitäten.


Vor diesem Hintergrund hatten wir uns 1992 entschlossen, einen Antrag auf Umwandlung in eine Offene Ganztagsschule zu stellen, der schnell umgesetzt werden konnte. Sie hat von 8:00 bis 15:00 Uhr geöffnet. Die Ganztagsschule ermöglicht, mehr sozialpädagogische Verantwortung wahrzunehmen. Sorgen, Ängste, Erlebnisse können im offen gestalteten Raum einer Ganztagsschule eher vermittelt und angegangen werden als in der Halbtagsschule. Wir haben uns für die Form der Offenen Ganztagsschule entschieden, bei der für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit einer freiwilligen Teilnahme an den Angeboten, die über die Stundentafel der Halbtagsschule hinausgehen, besteht. Mit dieser Form kann den Eltern- und Schülerwünschen am besten entsprochen werden. Es gibt zum einen die Möglichkeit, das Angebot an allen Tagen auszunutzen, zum anderen gibt es die Möglichkeit, bestehende Kontakte und Aktivitäten im Stadtteil (Freundschaften, Mitgliedschaften in Sportvereinen, kleine Jobs, Konfirmationsunterricht, Korankurse usw.) beizubehalten. Die Teilnahme an den Nachmittagsveranstaltungen ist grundsätzlich freiwillig, auch wenn je nach Klassenstufe ein bestimmter Umfang vorgegeben ist. Die Teilnahme am Nachmittagsprogramm wird erst verbindlich, wenn sich die Schülerin bzw. der Schüler angemeldet hat. So haben die Schülerinnen und Schüler eigene Entscheidungs- und Verantwortungsräume.


Für die Schule bedeutet die freiwillige Teilnahme eine ständige Herausforderung, ihre Angebote im Hinblick auf Akzeptanz zu überprüfen. Dies geschieht u.a. durch Befragungen der Schüler über Einrichtung und Beibehaltung von Kursen. Die Orientierung an den Bedürfnissen und Interessen der Schüler bietet die Chance zu einem veränderten Verständnis von Unterrichtsgestaltung auch am Vormittag. Auch hier können bei der Ausgestaltung des Unterrichts die Schüler stärker einbezogen werden. Die Offene Ganztagsschule kann besser auf die veränderten Lebens- und Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler eingehen. Es können individuelle Stundenpläne erstellt werden. Die Interessen, die Belastungsfähigkeit, die außerschulischen Aktivitäten können berücksichtigt werden. Die Schülerinnen und Schüler haben mehr Zeit zum Lernen, mehr Zeit für sich und für Freunde aus der Schule, mehr Zeit für spannende Erlebnisse in Gemeinschaft. Mit der Ganztagsschule haben wir neben Lehrerinnen und Lehrern zusätzliche Fachkräfte an unserer Schule. Dadurch sind neue Sichtweisen in unserem Kollegium ermöglicht worden.

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Klasse Kochen

Schülerfilm „Ab in die Kiste“ als Beitrag zum KLASSE, KOCHEN!-Wettbewerb. Mehr…