Bei uns wird jeder satt

Ein Sprichwort sagt: „Ein voller Bauch studiert nicht gern." Doch das Gegenteil, nämlich ungenügende oder falsche Ernährung, führt nach unseren Erfahrungen viel schneller zu erheblichen Leistungsminderungen. Viele unserer Schülerinnen und Schüler kommen schon morgens unversorgt, d.h. ohne Frühstück und ohne Pausenbrot, in die Schule. Manche haben Geld für Essen mitbekommen, das sie in Chips, Süßigkeiten, Cola, Pommes frites o.a. anlegen. Gäbe es kein Essensangebot von Seiten der Schule, müssten wir unsere Schülerinnen und Schüler häufig während der Pausen aus den nahe gelegenen Geschäften abholen.


Um eine ausreichende Grundversorgung - auch unter ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen - zu gewährleisten, bieten wir jeden Tag Frühstück und Mittagessen an. In der ersten großen Pause werden in der Cafeteria - von Mitschülerinnen und -mitschülern vorbereitet - belegte Brote, Getränke sowie einige Süßigkeiten zu einem geringen Preis angeboten. Obst- und Gemüsestückchen stehen zum kostenlosen Naschen zur Verfügung, denn es gibt Kinder, die kein Geld zum Essenkaufen haben. Dieses Frühstücksangebot findet regen Zulauf und bildet bei vielen eine notwendige Grundlage für eine ausdauerndere Mitarbeit in den darauf folgenden Unterrichtsstunden. In einigen Klassen findet zudem ein gemeinsames Frühstück statt. Ein Schwerpunkt liegt hier in der Einübung von Ritualen (Zur-Ruhe-kommen, gemeinschaftliches Essen usw.).


Zwischen 13:00 und 13:45 Uhr wird täglich ein Mittagessen angeboten. Dieses erfreut sich großer Beliebtheit und wird in aller Ruhe ohne Hetze eingenommen. Als positiv hat sich erwiesen, dass zunächst die Jüngeren essen. Immer gibt es ein Getränk und Nachtisch, oft wird zusätzlich ein Salat gereicht. Einmal pro Woche kocht eine Projektgruppe ein mehrgängiges Menü. Über das Ziel einer Grundversorgung hinaus werden beim Mittagstisch soziale Umgangsformen trainiert. Am Projektkochtag geht es zu wie in einem richtigen Restaurant: Die Projektgruppe kocht nicht nur, sie deckt ein und schmückt die Tische. Sie erstellt Menükarten, nimmt die Bestellungen auf, serviert und räumt ab. Grundziele unserer Schule wie gegenseitiges Helfen und Rücksichtnehmen zeigen sich hier im Servicebereich. Diese Tätigkeiten dienen auch der Berufsorientierung.


Da sich unsere Schülerschaft aus mehr als 15 Nationen zusammensetzt, wird bei den Mahlzeiten große Rücksicht auf die jeweiligen kulturellen Essgewohnheiten gelegt. So gibt es zu fast jedem Mittagessen ausreichend Brot und Salat. Viele Gerichte sind vegetarisch. Bei der Fleischauswahl wird die jeweilige Religion berücksichtigt. Um einander besser kennenzulernen, wird insbesondere am Projektkochtag Essen aus verschiedenen Ländern angeboten. Manchmal helfen Eltern dabei oder liefern die Rezepte. Insbesondere für die deutschen Kinder bedeutet dieser Speiseplan eine erhebliche Ausweitung ihrer Vorstellungen von Mittagessen. Neben dem täglichen Schulessen wird in mehreren Klassen einmal wöchentlich gekocht. Andere Klassen bereiten zeitweilig im Rahmen von Projekten Nahrungsmittel für den Verkauf zu (z.B. Baguette, Crèpes). Solcherart Unterricht  im Rahmen der Berufsorientierung findet großen Zuspruch.

Aktuell

Starke Schule

Training zur Stärkung der sozialen Kompetenz - Förderung durch die Hertie-Stiftung. Mehr…

Klasse Kochen

Schülerfilm „Ab in die Kiste“ als Beitrag zum KLASSE, KOCHEN!-Wettbewerb. Mehr…