Hamburg im Januar 2013

Fünf „Starke Schulen“ 2013 aus Hamburg

Ausgezeichnet: Fünf Schulen aus Hamburg sind „Starke Schulen“ 2013

  • Senator für Schule und Berufsbildung Ties Rabe lobt das Engagement der Schulen in Hamburg
  • Herausragende Qualifizierung der Schüler für den Übergang

Hamburg, 4.2.2013. „Starke Schulen“ in Hamburg: Die Stadtteilschule Stellingen, die Schule Pröbenweg und die Stadtteilschule Richard-Linde-Weg haben die Landespreise des bundesweiten Schulwettbewerbs „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“ gewonnen. Schüler und Lehrkräfte nahmen heute in Hamburg von Senator Ties Rabe die Preise entgegen. Der Wettbewerb prämiert die herausragende Arbeit, die
diese Schulen bei der Vorbereitung ihrer Schüler auf die Berufswelt leisten.


„Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist einer der wichtigsten Schritte im Leben eines jeden Menschen. Deshalb ist auch die Vorbereitung auf diesen Übergang wichtig. Hier tragen die Schulen eine große Verantwortung. Die Vielfalt der Berufswelt muss dargestellt werden, Fähigkeiten und Wünsche müssen mit Anforderungen eines Berufes in Einklang gebracht werden, Stärken und Schwächen müssen berücksichtigt werden. Die prämierten Schulen tun all dies und mehr, um den Schülerinnen und Schülern den Übergang in die Berufswelt zu erleichtern. Dieses Engagement verdient eine entsprechende Anerkennung“, würdigte Bildungssenator Ties Rabe die Preisträger.


Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Platz belegt die Stadtteilschule Stellingen. Die Schule arbeitet mit unterschiedlichsten Kooperationspartnern aus Wirtschaft und Kultur zusammen und bereitet die Schüler durch den berufsorientierenden Unterricht und die Praxisklasse in besonderer Art und Weise auf die Berufsausbildung vor. Auch die Schülerarbeitsfirma, das Coaching durch pensionierte Lehrer, die Potenzialanalyse und die Zielklärungsgespräche für alle Schüler und Eltern überzeugten die Jury. Die Schule Pröbenweg erreichte den zweiten Platz und bekommt für ihr Engagement 3.500 Euro. Die staatliche Förderschule arbeitet seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Partnern zusammen und richtet den stark praxisorientierten Unterricht nach dem individuellen Leistungsstand der Schüler aus. Den Schülern stehen unter anderem handwerklich oder kaufmännisch ausgerichtete Schülerfirmen, integrative Praxisklassen aber auch zahlreiche Erlebnis- und Arbeitsreise offen.

 

Mit dem dritten Platz und 2.000 Euro wurde die Stadtteilschule Richard-Linde-Weg ausgezeichnet, in der die Schüler zwischen sechs verschiedenen Profilklassen nach persönlichen Interessen wählen können und zwei Praxislerntage pro Woche fest in den Unterricht integriert sind. Stark ausgeprägt ist auch die Zusammenarbeit mit den Eltern, die sich unter anderem als  Mediatoren in Konfliktfällen engagieren. Den vierten Platz belegt die Fritz-Schumacher-Schule, den fünften Platz die Ida-Ehre-Schule.

 

Alle „Starken Schulen“ leisten hervorragende Arbeit in einem oft sehr schwierigen Umfeld. Angesichts des demographischen Wandels und des daraus resultierenden Fachkräftemangels wird diese Arbeit zunehmend wichtiger. Studien belegen, dass insgesamt 20 Prozent der Jugendlichen eines Jahrgangs nicht über die notwendigen fachlichen und sozialen Kompetenzen für die Berufswelt verfügen. Ihre Schüler zur Ausbildungsreife zu führen, erreichen die „Starken Schulen“ vor allem durch eine Öffnung nach innen und außen: Groß geschrieben wird die Gestaltung von Schule als Lebensort, die Zusammenarbeit der Lehrkräfte mit Eltern, Sozialarbeitern, Sonderpädagogen und Berufsberatern der Agentur für Arbeit sowie die Kooperation mit Unternehmen und Berufsschulen.


„Wir können als Gesellschaft nicht auf ein Fünftel jedes Jahrgangs verzichten. Die ‚Starken Schulen‘ in Hamburg zeigen, dass es anders geht. Sie fördern ihre Schüler individuell, entwickeln Unterricht und Lernprozesse kontinuierlich weiter und sehen die Vielfalt ihrer Schüler als Chance. Damit ermöglichen sie ihren Schülern eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Nur so kann Chancengerechtigkeit hergestellt und für alle Jugendlichen eine echte Anschlussperspektive ermöglicht werden“, sagt Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung, stellvertretend für die Projektpartner.

 

Der mit 210.000 Euro dotierte Wettbewerb „Starke Schule“ wird alle zwei Jahre von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Bank Stiftung durchgeführt. Bewerben können sich alle allgemein bildenden Schulformen, die zur Ausbildungsreife führen. Aus den fast 700 Einsendungen des aktuellen Wettbewerbs ermittelte eine Jury mit Experten aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Landessieger. Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundesländer hat die erstplatzierte Stadtteilschule Stellingen nun die Chance auf den Bundessieg, der im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 5. Juni 2013 in Berlin durch Bundespräsident Joachim Gauck bekannt gegeben wird.


Neben der öffentlichen Anerkennung ihrer Arbeit ist der größte Gewinn für die Landessieger die Aufnahme in das länderübergreifende Netzwerk. Hier erhalten Lehrkräfte die Möglichkeit, an zahlreichen Fortbildungen zur Unterrichts- und Organisationsentwicklung teilzunehmen und von guten Beispielen zu lernen. Die Fortbildungen ermöglichen den Einblick in andere „Starke Schulen“ und in andere erfolgreiche Konzepte – auch über Grenzen von Bundesländern hinaus – und geben Impulse zur schulischen Weiterentwicklung.


Weitere Informationen und Bildmaterial: www.StarkeSchule.ghst.de

Pressekontakt Herti-Stiftung

Carmen Jacobi
Kommunikation
Gemeinnützige Hertie-Stiftung
Telefon: 069/660 756 155
E-Mail: JacobiC (at) ghst.de
www.StarkeSchule.ghst.de

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